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Nicht enden wollender Beifall für das Hamburger Adorno-Klaviertrio

(bro) (khm) Am Freitag, 15. Februar, war das Hamburger Adorno-Klaviertrio mit Werken von Beethoven und Mendelssohn zu Gast in Eberbach. Eingeladen hatten die Kunstfreunde.

Das dritte Kunstfreunde-Kammerkonzert in der 70. Reihe erlebte einen vollbesetzten Saal. Und will man sich des Trios erfolgreichen Auftritt erklären, lag dem zu Grunde das erlesene Programm mit dem klangschönsten aller Beethoven-Klaviertrios und Mendelssohns mitreißendem c-moll-Trio, alles Meisterwerke und so ganz im Sinne eines kammermusikalisch interessierten Publikums. Dessen Erwartungen erfüllten bestens Christoph Callies (Violine), Samuel Selle (Violoncello), Lion Hinrichs (KLavier), Stipendiaten und Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs in der 62. Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler der Saison 2018 / 19.

Von dem österreichischen Dichter Franz Grillparzer (1791-1872) stammt der Ausspruch "Beschriebene Musik ist wie erzählt's Mittagessen". Dass diese aber auch "Amuse-gueule / Gaumen-Erfreuen / Appetit-Anregen" sein könne, erwies der Triopianist mit sachkundig amüsanten Vorbemerkungen samt eindrücklichen pianistischen Klangbeispielen zum Verständnis der Werke, die beide mit viel Beifall aufgenommen wurden.

Das Konzert eröffnete Beethovens ebenso kammermusikalisches wie konzertant dargebotenes “Erzherzog-Trio“ (Op. 97), ein Werk, in dem das Majestätische, Temperamentvolle, das Klangverliebte, lebensfroh Quirlige und Beschwingte eine wundersame Vereinigung finden. Das Trio begann den Kopfsatz in gemessenem Tempo ('Allegro moderato* und 'dolce'), entwickelte im Verlauf auch den Konzertcharakter mit einem sprühenden Feuerwerk brillanter Passagen und schneller Tastenfiguren, deren Dominanz die Streicher kraftvoll begegneten, um das Triogleichgewicht zu garantieren, indem sie klangschöne Kantilenen musizierten und etwa die eigenartigen Pizzicato-Episode, die zur Reprise führt, reizvoll ausgestalteten. So erlebte man gleich die gebändigte und letztlich beruhigende beethovensche Virtuosität. Der lange Scherzosatz bildete dazu einen Charakter- und Tempogegensatz. Bis in den mit schmerzlicher Chromatik sich empor windenden Trioteil hinein blieb so immer ein drängender Charakter, dem keine lyrisch erhabenen Züge wie im ersten Satz sich entgegenstellten. Den einzigartig schön erklingenden Variationensatz, einen der schönsten Beethovens, spielte das Trio klangverliebt und ließ reizvoll erkennen, wie ein so sublimes Thema, ohne sich klanglich sehr zu verändern, einem metrischen Gestaltungsprinzip unterworfen war, das eine immer raffiniertere Beschleunigung der Variationen vorsah. Auch das zweiteilige, sich beschleunigende, konzertante Finale enttäuschte die Zuhörer in seiner der Darbietung nicht. Der typische Beethovenklang im glitzernden hellen oberen Klavierbereich war hinreißend gelungen und man erlebte gebannt die bizarren Akkordsprüngen und eigenwilligen Rhythmen des so einfallsreichen Satzes.

Das Konzert endete mit dem großartigen Klaviertrio c-moll Op. 66 (1845) Mendelssohns. Zusammen mit dem ersten Trio Op. 49 d-moll (1839) gilt es als Höhepunkt in dessen Kammermusik. Robert Schumann schrieb 1840 anlässlich des ersten Trios, Mendelssohn sei der "Mozart des19ten Jahrhunderts, der hellste Musiker, der die Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaut und zuerst versöhnt" habe, d. h. in Kompositionen die auseinanderdriftenden Tendenzen in der Musik - die "Widersprüche der Zeit" - vereinte.. Auch rühmte er, "dass das Trio übrigens keines für den Klavierspieler allein ist, dass auch die anderen lebendig einzugreifen haben und auf Genuss und Dank rechnen können". All dies konnten die Interpreten hier deutlich machen. Im Kopfsatz (wie auch im Finalsatz) entfaltete das Trio kammermusikalische wie auch orchestral verdichtete Klänge, die mit ihrer rastloser Bewegung und sanglichen Thematik eindrucksvoll zusammenwirkten. Der langsame Satz wird gern mit einem 'Lied ohne Worte' verglichen, in dem instrumentale und vokale Art sich verbinden. Hier konnten die Instrumentalisten ihre 'kantablen' Fähigkeiten miteinander wie in einem "Gesang zu dritt" in klangschönen Kantilenen entfalten. Im damaligen Geschmack für pittoreske Tonmalerei komponierte Mendessohn anfänglich auch programmatische Musik. - etwa "Meeresstille und Glückliche Fahrt" . Später verband er aber tonmalerische Elemente gern mit absoluter (nicht programmatischer) Musik, etwa in den beiden Klaviertrios. So musizierten die Musiker das Scherzo ganz im Geiste der kleinteiligen 'Elfenspuk-Motorik“ aus dem Jugendwerk "Mittsommernachtstraum", magisch flirrend, neckisch jagend, so dass es die Fantasie des Hörers wecken konnte. Das Finale gilt vielen als der hervorragendste Satz. Das von Mendelssohn im Trio bemerkenswert vielseitig - als Solostimme, Bass, oktavische Klangfarbenverstärkung mit der Primgeige - verwendete Cello eröffnete, vom Klavier begleitet, rasch vorwärtsdrängend den Satz. Bei den Seitenthemen ließen die die Interpreten Beruhigung eintreten, so dass man auf das dritten Thema, eine veritable Choralmelodie, aufmerksam wurde, wohl ein Beispiel für Versuch Mendelssohns Überzeugung, dass geistliche und weltliche Musik sich nicht im Widerspruch zu einander befänden, wie die Eberbacher es schon bei der Aufführung von Mendelssohns 'Symphonie-Cantate Lobgesang" (November 2018) erfahren durften.

Für begeisterten, nicht enden wollenden Beifall dankte das Trio fulminant und ohne jede Ermüdungserscheinung mit einem Satz aus drittem Klaviertrio (1951) des böhmisch-tschechischen Komponisten Bohuslav Martinù (1890-1959).

18.02.19

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