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Besetzung mit Horn, Violine und Klavier


(Foto: privat)

(bro) (kmh) Das sehr gut besuchte Kammerkonzert am vergangenen Freitag, 27. Oktober, im Eberbacher evangelischen Gemeindehaus am Leopoldsplatz dürfte in der fast 70 Jahre dauernden Geschichte der Eberbacher Kunstfreunde wohl eines der glanzvollsten gewesen sein: zu verdanken einem Programm mit Mozart, Beethoven und Brahms, der delikaten Besetzung mit Horn, Violine und Klavier (Blas-, Streich- und Tasteninstrument) und dem hinreißend musizierenden Trio mit Sibylle Mahni, Laurent Albrecht Breuninger und Thomas Duis.

Eine wahrhaft gelungene "'captatio benevolentiae - Gunstgewinnung beim Publikum" gelang dem Ensemble mit dem eröffnenden Werk, das zwar von Mozarts Hornquintett (KV 407) 'nur' das Trio-Arrangement war, in dem die Musiker aber musizierten, als ob es sich um ein Duo für solistische Horn und Violine handelte, das in ausbalancierenden Klavierklang eingebettet war. So konnte dieses Duo Mozarts schöne Melodik in allen Sätzen in der jeweils typischen "instrumentalen Klangfarbe" vorführen, wobei - ganz abgesehen von der hervorragenden spieltechnischen Virtuosität - der Geiger durch seine vielseitigen dynamischen Abstufungen die Zuhörer genauso beeindruckte wie ihrerseits auch die Hornistin. Wenn die Instrumentalisten mit dem ausgedehnten Thema des langsamen Satzes da in Kantabilität schwelgten, so stellten sie im Finale den musikantischen Mozart vor. In die sieben 'schmissig': gespielten Wiederholungsteile - daher auch die Pluralbezeichnung Rondeaux für den Satz - waren vier virtuos variierte Zwischenspiele eingebaut, deren kunstvolle Verarbeitung das perfekte Spiel des Trios so gut vermittelte, so dass z. B. niemand entgehen konnte, dass Mozart im letzten Intermezzo die drei Instrumente gar eine regelrechtes Fugato spielen ließ.

Dass Laurent Albrecht Breuninger einer der besten gegenwärtigen deutschen Geiger ist, betont allgemein die Musikwelt und erwähnt dazu, dass er Preisträger des angesehensten Violinisten-Wettbewerbs, des Brüsseler 'Concours Reine Elisabeth' ist. Die Konzertbesucher konnten das nun hier erleben in seiner Darbietung von Beethovens Sonate Op. 30/3 zusammen mit Thomas Duis als kongenialem Partner am Flügel. Breuninger musizierte die abertausend Noten des beethovenschen Violinparts auswendig und in phänomenaler Übereinstimmung mit dem anspruchsvollen Klavierpart, den der Pianist mit perfektem Spiel ausführte, wobei festzuhalten bleibt, dass Beethoven bei allem Bemühen um Gleichwertigkeit der beiden Parts als Pianist, der er vor allem war nie das Pianoforte dem Streichinstrument nachordnete und auch dieses Werk noch als "Sonate für ein Pianoforte mit Begleitung einer Violine" bezeichnete. Man nannte die Sonate schon 'Champagner-Sonate' wegen Anklänge Stellen in Mozarts Don-Giovanni-Oper, aber der Name charakterisiert auch trefflich die Art von kraftvoller Frische, äußerer Brillanz und Virtuosität, mit der das Duo die Sonate spielte. Man denke nur an den raketenhaften Aufstieg der Violine zu Beginn des ersten Satzes oder an die flott dahinjagenden Sechzehntelketten des Finales, die den Satz fast zu einem 'perpetuum mobile' machten. Dass Beethoven das Kantable-Sangliche nie vernachlässigte, konnte das Duo im Mittelsatz erklingen lassen, den ein einziges überlanges Hauptthema bestimmt.

Zum Schluss das wohl schönste romantischen Kammermusikwerk, das Horntrio von Brahms, dem Verteidiger des Naturhorns, bei dem man nur mit Atem, Mund und Handballen im Schalltrichter die Töne zu erzeugen hatte, und Gegner der "Blechbratschen", der damals aufkommenden Ventilhörner, die heute alle Hornisten benutzen. Das Hören des Trios in Ventilhomtechnik hier zeigte aber wohl auch trotz fehlender Vergleichsmöglichkeit, dass das moderne Instrument in den Händen einer meisterhaften Hornistin wie Sibylle Mahni die "samtig weichen als auch forsch zupackenden Töne", die Brahms wohl vorschwebten, perfekt bewirkte. So gelang ihr packend das wiegende und choralartig ruhige Andante, die hellen Fanfaren des übermütig rastlosen Scherzos mit seinem schwermütigen Trio, die verträumte Klangwirkung des Horns im Adagio mesto sowie das Jagdlustige mit den bei Hörnermusik unverzichtbaren Triolenketten im Finale. Die Partner an Violine und Flügel sekundierten dabei an ihren hochvirtuosen Glanzstellen, eindrucksvoll kontrastierend mit dem Hornklang, so dass ein spannungsgeladenes, höchst abwechslungsreiches Klanggeschehen und ein fulminanter Schluss langen und begeisterten Beifall auslösten, der den Zwischenbeifall noch einmal übertraf.

Als Zugabe hörte man aus des elsässischen Komponisten Charles Kœchlin (1867-1950) "Quatre Petites Pièces - Vier kleine Stücke" für Horntrio das zweiminütige "Très modéré - sehr gemäßigt", dessen Ruhe und Verklingen im Pianissimo nach dem fulminanten Brahms-Schluss entspannend das Konzert beschloss.

30.10.17

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